1931-1939
Die Deurag (Deutsche Erdölraffinerie) wurde 1931 von der Gewerkschaft Elwerath und dem Unternehmen Preußische Bergwerks- und Hütten AG (Preussag) gegründet. Verarbeitet wurde vorrangig Erdöl, das im Raum Celle-Peine gefördert wurde. Die steigende Gewinnung des Rohstoffs führte 1935 zu einer weiteren Gründung, der „Neuen Erdölraffinerie“ (Neurag). Die beiden Raffinerien deckten über ein Drittel des deutschen Motorenölbedarfs.
1940-1945
Luftangriffe
Als kriegswichtige Industrie für Flugmotorenöle wurde das Gelände der Raffinerien während des Zweiten Weltkriegs Ziel zahlreicher Luftangriffe und Bombardierungen – zwischen Mai 1940 und dem Kriegsende 1945 fanden alliierte Flieger 14-mal den Weg nach Hannover-Misburg. Das Werk wurde wiederholt zerstört und repariert. Auch Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme wurden dafür als Zwangsarbeiter verpflichtet. Heute erinnert u.a. eine Bronzetafel am Lagergelände daran.
1955-1968
Eine neue Firma
1955 wurden die Raffinerien unter gemeinsamer Leitung zur Gewerkschaft Erdölraffinerie Deurag-Nerag zusammengefasst. 1960 wurde das Gelände südlich des Stichkanals erschlossen. Eine neue Brücke verband die beiden Raffinerieteile.
1969-1980
Neue Eigentümer
1969 übernahmen Esso und Shell je zur Hälfte die Anteile und produzierten am Standort weiterhin Normal- und Superbenzin, Dieselkraftstoff, Heiz- und Motorenöle, Flüssiggas, Petrolkoks, Bitumen und Paraffine. Neues Rußöl fand den Weg in die Produktionsstätte, als Bestandteil von Autoreifen und Druckerschwärze. 1971 hatte die Raffinerie mit 2,7 Milionen Tonnen ihren höchsten Durchsatz.
1983-1986
Schlussphase
Mit den Jahren erschöpften sich die Erdölfelder. Bis 1985 wurden in der ganzen Bundesrepublik 45 Prozent der Rohölverarbeitung stillgelegt. Auch Deurag-Nerag war betroffen. Am 23. März 1986 stellt Deurag-Nerag die Produktion endgültig ein.
1987-heute
Neue Wege
Bis heute wird ein Tanklager im Südwesten des Deurag-Nerag-Geländes an der Kreisstraße 33 für gefördertes Rohöl aus dem Bereich Ost-Hannover und dessen Transport zu anderen Raffinerien genutzt. 2001 wurde die Deurag-Nerag-Straße in Misburg nach der Raffinerie benannt. In den Folgejahren wurde über eine Nachnutzung diskutiert. Dabei blieb unklar, wie stark das Gelände durch die Bombardierungen und die Betriebsdauer belastet ist. Jetzt kommt neuer Schwung in die Sache: Die Stadt Hannover und Deurag-Nerag – vertreten durch ExxonMobil – haben vor, gemeinsam zu klären, ob das Areal saniert werden kann.